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Carl-Wolfgang Holzapfel und Rudolf Heß

Vereinigung 17. Juni (aus: Die verdrängte Revolution)
Wie stark die Vereinigung in neofaschistisches und rechtsextremes Fahrwasser geraten war, zeigte sich auch im April 1973.Eine Linienmaschine von Stuttgart nach Berlin sollte angeblich von neun Männern und einer Frau nach Moskau entführt werden, um die Freilassung von Rudolf Heß, der in Berlin-Spandau in einer Haftanstalt der Alliierten einsaß, freizupressen.302 Die “rechtsradikale Gruppe”303 soll 18 Kilogramm Sprengstoff besessen haben, der im Falle des Misslingens notfalls eingesetzt werden sollte. Laut Zeitungsberichten ist es dazu nicht gekommen, weil ein Mitglied dieser Gruppe, der Funktionär der Vereinigung Carl-Wolfgang Holzapfel (geb. 1944), einen Sprengstoffanschlag ablehnte und deshalb den Plan der Polizei meldete. Er ist nach einem kurzen Aufenthalt in einer Untersuchungshaftanstalt wieder auf freien Fuß gesetzt worden, weil er das geplante Verbrechen freiwillig aufgab (§ 49a StGB).304 Später ist Holzapfel wegen Vortäuschung einer Straftat zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil es die Gruppe offenbar gar nicht gegeben und er wahrscheinlich allein diesen Plan entwickelt hatte.305 Das hielt Holzapfel nicht davon ab, wenige Monate später vor dem Spandauer Gefängnis mit seinem Vater zu erscheinen, um sich aus Protest gegen die andauernde Inhaftierung des einstigen Hitler-Stellvertreters selbst zu verbrennen. Zwei mitgeführte Benzinkanister unterstrichen seine Absicht.306 Sein Vater alarmierte die Polizei, die das Vorhaben verhinderte. Bei seiner Festnahme beleidigte er einen Polizisten “Gestapo-Methoden” und ist dafür erneut zu einer Geldstrafe, ersatzweise 15 Tage Ordnungshaft, verurteilt worden. Bei der Gerichtsverhandlung trug er eine Plakette, auf der stand: “Lasst Heß frei!”307 Holzapfel wusste sich mit seinen Aktionen für Rudolf Heß nicht allein. Berthold Rubin publizierte im Januar 1979 einen Artikel, der den Titel trug: “Das Verbrechen an Rudolf Heß. Wenn sich Rachsucht mit Dummheit paart”.308

302 SZ v. 24.4.1973; Welt am Sonntag v. 22.4.1973; Die Welt v. 24.4.1973; BZ v. 24.4.1973.
303 FAZ v. 24.4.1973.
304 Berliner Morgenpost v. 27.4.1973; ebenda v. 26.4.1973; ebenda v. 25.4.1973; Die Welt v. 26.4.1973; Stuttgarter Zeitung v. 26.4.1973.
305 Die Welt v. 4.10.1976.
306 Berliner Morgenpost v. 26.9.1976; BZ v. 27.9.1976
307 Bild-Zeitung v. 13.10.1977.
308 In: National-Zeitung v. 12.1.1979, S. 3.

Korrekturzettel – Errata zum Buch “Die verdrängte Revolution, Der Platz des 17.Juni 1953 in der deutschen Geschichte” von Bernd Eisenfeld, Ilko-Sascha Kowalczuk, Ehrhart Neubert, Verlag: Edition Temmen, 1.Auflage 2004. Die Autoren danken Herrn Holzapfel für nachfolgende Hinweise: Seite 571, 2. Absatz: “Später ist Holzapfel wegen Vortäuschung einer Straftat zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil es die Gruppe offenbar gar nicht gegeben und er wahrscheinlich allein diesen Plan entwickelt hatte”. Die Autoren stellen richtig: Herr Holzapfel ist in dieser Sache weder zu einer Geldstrafe noch anderweitig verurteilt worden.Quelle des Korrekturzettels: http://www.17juni1953.de/korerata.htm ist nicht mehr auffindbar.


24.5.11 18:15
 



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